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Geschichte Einführung -
Wie alt ist die Schokolade
Name "Schokolade" - Die
Namensgeschichte der Schokolade
Olmeken - 1500 v. Chr. - Die Olmeken
Maya 1000 v. Chr. - Die Maya
Azteken 1200 n. Chr. - Die Azteken
Der Weg nach Spanien Guanaja 1502 - Der
erste Kontakt
Die Eroberung Europas Feinde der Schokolade
- Kirche und Medizin
zum Massenprodukt Kakao und die Industrielle
Revolution
Einzug in der Schweiz Schokolade in der Schweiz
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Einführung
Geschichte
Die ersten Menschen, die Kakao und Schokolade kannten, waren die Olmeken
(in Mittelamerika) vor über 3000 Jahren. Von ihnen übernahmen
Mayas und Azteken die Schokolade. Nach der Entdeckung Amerikas durch
Columbus im Jahre 1492 fand die Schokolade anfangs des 16. Jahrhunderts
ihren Weg nach Spanien, um sich schliesslich über Italien und
Frankreich in ganz Europa auszubreiten. Der Kakao war dabei die meiste
Zeit nur ein elitäres Getränk der obersten Klassen. Er war
Königen und hohem Adel vorbehalten. Erst während der industriellen
Revolution im 19. Jahrhundert fand er den Weg zum billigen Massenprodukt.
Heute ist Schokolade nicht mehr den Königen und dem Adel vorbehalten.
Schokolade ist heute so billig und von so hoher Qualität, dass
sie ihren festen Platz auf der täglichen Einkaufsliste hat.
Heute könne wir unsere Sinne täglich mit dem königlichen
Genuss verwöhnen.
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Der
Name Schokolade
Cacao - das erste Wort
Sprachwissenschaftler gehen davon aus, dass die Olmeken eine Urform
der Mixe-Zoque-Sprachen benutzten. Die hohe Kulturstufe, die die Olmeken
erreicht hatten, führte dazu, dass andere mittelamerikanische
Kulturen Lehnwörter aus der Mixe-Zoque-Sprache übernahmen,
darunter viele Namen von mittelamerikanischen Pflanzen. So auch das
Wort 'cacao' ursprünglich kakawa gesprochen.
Die Maya übernahmen zwischen 400 v. Chr. und 100 n. Chr. das
Wort 'cacao'. Sie bezeichneten damit bereits die gezüchtete Version
des Kakaobaumes.
Die Spanier verändern und ersetzten die Sprache der Maya und
Azteken
Als die Spanier begannen, die neue Welt zu erobern, lernten sie
auch das Schokoladengetränk der Maya und Azteken kennen. Zunächst
übernahmen die Spanier das Wort 'cacao' von den Maya auf Yucatán.
Die aztekische Bezeichnung für das Schokoladengetränk
war 'cacahuatl' zu deutsch 'Kakaowasser'. Für die folgende
Entstehung des Wortes 'chocolate', wie es heute noch in der englischen
Sprache verwendet wird, ist entscheidend, dass die Spanier große
Schwierigkeiten mit dem Erlernen der einheimischen Sprachen hatten,
so dass viele Wörter an ihre sprechweise angeglichen wurden.
Die Maya nannten das Schokoladengetränk 'chocol haa', was soviel
wie 'heißes Wasser' bedeutet. Man geht heute davon aus, dass
die spanische Bezeichnung 'chocolate' entstanden ist, indem man
das Maya-Wort 'chocol' (heiß) mit dem aztekischen Wort 'atl'
(Wasser) verband. So entstand zunächst das Wort 'chocolatl'.
Die Endung auf 'tl' ist typisch für die Sprache der Azteken,
bereitete den Spaniern aber große Schwierigkeiten. Sie konnten
oder wollten das 'tl' nicht richtig aussprechen. Sie sprachen immer
'te', wenn bei den Azteken ein 'tl' vorkam. So wurde aus 'chocolatl'
schließlich 'chocolate' wie wir es heute kennen.
Kakao und Schokolade (chocolate) heute
Heute nennen wir die Pflanze und ihre Früchte vor der Verarbeitung
im allgemeinen 'cacao', im Deutschen Kakao, nach der Verarbeitung
im Deutschen Schokolade, im Holländischen 'Chocolade', im Französischen
'Chocolat', im Italienischen 'Cioccolata', im Englischen, Spanischen
und Portugiesischen 'Chocolate'.
1753 Die wissenschaftliche Bezeichnung des Kakaobaumes durch Carl
von Linné
Nachdem die 'chocolate' Europa erreicht hatte, erhielt der Kakaobaum
im Jahre 1753 von Carl von Linné seine bis heute gültige
wissenschaftliche Bezeichnung: 'Theobroma cacao'. Ursprünglich
lautete die Bezeichnung für den Kakaobaum 'Arbora cacavifera
americana'. Als der schwedische Naturforscher Linné die Benennung
der Pflanzen und Tiere mit oft lateinischen Doppelnamen einführte,
hielt der als Kakaoliebhaber bekannte Wissenschaftler offensichtlich
seine Bezeichnung für passender: Das Wort Theobroma ist aus
zwei griechischen Wörtern zusammengesetzt: 'theos' (Gott) und
'broma' (Speise) also in etwa: 'Speise der Götter'. Das in
Mittelamerika übliche Wort cacao rückte er als Artbezeichnung
an die zweite Stelle.
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Die
Olmeken
Die Kultur der Olmeken (ein Indianerstamm in Mittelamerika) entstand
im feuchten Tiefland der mexikanischen Golfküste. Den Höhepunkt
erreichte die Kultur der Olmeken etwa um 1000 v. Chr.. Die Olmeken
verloren um ca. 400 v. Chr. an Bedeutung.
Wie Sprachwissenschaftler herausfanden, stammt das Wort 'cacao' aus
der Sprache der Olmeken und wurde später von anderen Völkern
entlehnt. Leider sind uns nur sehr wenig Zeugnisse der Olmeken überliefert
und so kann nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden, dass sie die
ersten waren, die Kakaobäume züchteten und deren Früchte
genossen. Zu den wenigen Überbleibseln aus der Zeit der Olmeken
gehören die riesigen Steinmonumente die Götter und Könige
darstellen. Die Steinblöcke waren über große Entfernungen
herbeigeholt worden, bevor sie an Ort und Stelle behauen wurden.
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Die
Maya
1000 v. Chr. - Die Maya
Um 1000 v. Chr. wandern die Maya in das Tiefland des Petén
im Norden Guatemalas ein und entwickeln ihre berühmte klassische
Kultur. Ihre Blüte erreichte die Kultur der Maya zwischen 250
bis 900 n. Chr.. Das Ende der Mayakultur wird erst um 1500 n. Chr.
durch die Spanier besiegelt.
Im Gegensatz zu den Olmeken ist die Überlieferung über die
Maya so umfangreich, dass sie hier nur skizziert werden kann. Von
den Maya existieren neben Wandzeichnungen, erhaltenen Schriften auch
noch Gefäße, die zur Einnahme von Kakao benutzt wurden.
Oft wurden solche Gefäße den Verstorbenen als Grabbeilage
mitgegeben. Die von den Maya konsumierte Schokolade unterscheidet
sich sehr von der heute üblichen Form. Zunächst wurde Schokolade
getrunken und nicht in fester Form konsumiert (zumindest ist hiervon
nichts überliefert). Des weiteren gab es die unterschiedlichsten
Zubereitungsformen mit den - aus unserer Sicht - eigenartigsten Gewürzmischungen
(z.B. mit Chilipfeffer). Es bleibt darauf hinzuweisen, dass Kakao
in der Regel nicht gesüßt wurde wie heute meist üblich
und so einen eher bitteren herben Geschmack hatte.
Kakao war bei den Maya wie generell in seiner langen Geschichte kein
Massenprodukt, sondern ein Getränk, das dem Adel vorbehalten
war. Um die große Bedeutung des Kakao und seine hohe Stellung
deutlich zu machen, muss man sich nur vor Augen halten, das Kakaobohnen
bei den Maya und auch bei den Azteken als Zahlungsmittel verwendet
wurden.
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Die
Azteken 1200 n. Chr.
Um 1200 n. Chr. bilden sich die ersten politischen Kleingebilde
der Azteken im heutigen Mexiko. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts erreichten
sie das Tal von Mexiko. Im Jahre 1325 gründeten sie ihre Hauptstadt
Tenochtitlán und beherrschten bald große Teile Mittelamerikas.
Das Reich der Azteken bestand bis zur Unterwerfung durch die Spanier
von 1519 bis 1521.
Die Schokolade hatte bei den Azteken einen sehr hohen Stellenwert.
Sie diente dem hohen Adel und anderen privilegierten Gruppen nicht
nur als Genussmittel, sondern wurde auch als Zahlungsmittel verwendet.
Wieviel genau eine Kakaobohne zur Zeit des Aztekenreiches wert war,
wissen wir heute nicht mehr, aber die Währung der Kakaobohnen
bestand auch unter spanischer Herrschaft fort. Aus dem Jahre 1545
ist uns eine Preisliste verschiedener Waren überliefert, daraus
ein kurzer Auszug:
- Ein Truthahn hat einen Wert von 200 Kakaobohnen.
- Ein Hase oder Waldkaninchen ist je 100 Kakaobohnen wert.
- Eine große Tomate entspricht dem Wert einer Kakaobohne.
- In Maishülsen gewickelter Fisch ist 3 Kakaobohnen wert.
Wie bei jeder Währung wurden auch Kakaobohnen 'gefälscht'.
Man ließ sie zum Beispiel in Wasser aufquellen oder gab den
Bohnen künstlich eine aschgraue oder fahlrote Farbe (die Farbe
der edelsten Sorten). Das Fälschertalent der Azteken war so
ausgeprägt, dass sie nach der Eroberung durch die Spanier begannen,
deren Gold- und Silberwährung zu fälschen.
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Der
Weg nach Spanien
Guanaja 1502 - Der erste Kontakt
Die erste Begegnung zwischen dem Kakao und den spanischen Entdeckern
fand durch den Mann statt, der die neue Welt entdeckt hatte, durch
Christoph Kolumbus. Auf seiner 4. Reise, die am 9. Mai 1502 begann
und ihn am 15. August 1502 nach Guanaja führte, traf er als erster
Europäer auf Kakao. An diesem Tag traf der Admiral Kolumbus auf
ein vollbeladenes Handelskanu der Maya. Kolumbus ließ das Kanu
entern und Besatzung und Ladung auf seine Karavelle bringen. Dabei
beobachteten die Spanier, dass sich, wo immer eine Kakaobohne herunterfiel,
sofort mehrere Eingeborene bückten, um sie aufzuheben. Warum
die Eingeborenen diesen Bohnen so viel Bedeutung zumaßen, blieb
Kolumbus aber mangels eines Dolmetschers verborgen. Kolumbus selbst
hat nie Schokolade probiert.
Eroberung Yucatáns (1517) und Mexikos (1519-1521)
Nachdem das durch Maya bevölkerte Yucatán um das Jahr
1517 besetzt wurde, begann Hernán Cortés im Jahre
1519 mit der Eroberung des Aztekenreiches im heutigen Mexiko. Der
Feldzug gegen die Azteken endete im Jahre 1521 mit dem Sieg der
Spanier. Bald schon erkannten die Spanier, welche große Bedeutung
der Kakao für die Maya und Azteken hatte. Besonders die Eigenschaft,
das Kakaobohnen als Zahlungsmittel galten, wurde von den Spaniern
begeistert aufgenommen und diese Funktion behielten die Bohnen auch
noch lange während der spanischen Kolonialzeit.
Das Getränk Kakao aber wirkte auf die Spanier zunächst
abstoßend. Das gleiche galt für andere typische Produkte
aus Mittelamerika, wie z. B. Mais. Dieser Zustand änderte sich
mit der fortwährenden Besiedelung durch die Spanier. Es kam
immer mehr zu Ehen zwischen armen Spaniern und einheimischen Frauen.
Viele Frauen dienten den reichen Spaniern als Konkubinen. Durch
die allmähliche Verbindung zwischen Spaniern und Maya, sowie
Azteken kam es zu einer Annäherung der verschiedenen Kulturen.
Den gleichen Prozess durchlief auch das Schokoladengetränk
selbst. Die Spanier tranken die Schokolade heiß wie die Maya
und nicht kalt oder lauwarm wie die Azteken. Zweitens begannen die
Spanier damit, die Schokolade mit Rohrzucker zu süßen
und drittens ersetzte man die einheimischen Gewürze mehr und
mehr durch mitgebrachte wie z .B. Schwarzen Pfeffer und Zimt. Ebenso
fand eine sprachliche Anpassung des Wortes 'cacao' statt. (siehe
dazu auch die Namensgeschichte)
1544 Von der neuen Welt nach Spanien
Nachdem sich die Schokolade bei den in Mittelamerika eingewanderten
Spaniern immer größerer Beliebtheit erfreute, gelangte
sie auch an den spanischen Königshof. Wann und von wem die
Schokolade erstmals nach Spanien gebracht wurde, ist nicht ganz
klar und es gibt etliche Spekulationen.
Hier deshalb die erste durch Dokumente belegte 'Reise' der Schokolade
nach Europa. Nachdem Dominikaner Mönche die Kekchi-Maya, die
in Guatemala lebten, friedlich (ein damals eher ungewöhnlicher
Ansatz) für sich gewonnen hatten, reisten im Jahre 1544 einige
Mönche, sowie adlige Maya an den spanischen Königshof
von Prinz Philipp. Bis heute existiert eine Liste der Geschenke,
die aus diesem Anlass Prinz Philipp übergeben wurden. Unter
anderem waren dies Quetzalfedern, Tongefäße, Bohnen,
Mais, verschiedene Chilisorten und Weihrauch. Schließlich
brachte man dem König Gefäße mit geschlagener Schokolade.
Dies war, soweit heute bekannt, die Premiere der Schokolade in Europa.
Die erste Schiffsladung Kakao, von der wir wissen, verließ
im Jahre 1585 Veracruz in Richtung Sevilla.
17. Jahrhundert in Spanien
In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts begann sich die
Schokolade als beliebtes Getränk am spanischen Königshof
und beim spanischen Adel durchzusetzen und wurde schließlich
zu einer Art spanischem Nationalgetränk. Noch heute gehört
die Trinkschokolade zum traditionellen spanischen Frühstück.
Von Spanien aus eroberte der Kakao schließlich ganz Europa.
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Die
Eroberung Europas
Als die Schokolade Spanien und damit Europa erreichte, herrschte die
Zeit der Glaubenskriege. Die Landkarte Europas änderte sich fast
so schnell wie die Bündnisse der einzelnen Akteure. Den Weg der
Schokolade quer durch Europa aufzuzeichnen, bleibt deshalb weitestgehend
unmöglich. Sicher scheint, dass sich die Schokolade nach Spanien
zunächst in Italien und dann in Frankreich durchsetzte, später
in England und dem übrigen Kontinent.
Entscheidend für die Ausbreitung der Schokolade war der Kontakt
der europäischen Königs- und Adelshäuser untereinander.
So wurde die Schokolade zum Beispiel durch die Heirat des französischen
Königs mit der Tochter des spanischen Königs an den Hof
von Frankreich gebracht. Den schließlich europaweiten Erfolg
verdankt die Schokolade wohl ihrem Geschmack. Auf dem Weg zum Ruhm
gab es aber auch einige Hindernisse zu überwinden: Feinde
der Schokolade - Kirche und Medizin
Kirche - In allen katholischen Ländern Europas wie Spanien,
Frankreich und Teilen Italiens gab es eine kirchliche Hürde
zu überwinden: Das Fasten. Die Frage, die man sich stellt,
lautete, ist Schokolade ein Getränk oder eine Speise? Wäre
sie beides gewesen, so hätten Katholiken sie weder zwischen
Mitternacht und dem Heiligem Abendmahl, noch während der vierzig
Tage dauernden Fastenzeit, sowie weiteren Fastentagen zu sich nehmen
dürfen. Eine unendliche Zahl von Personen und Gruppen äußerte
sich hierzu, wobei die wenigen Argumente stets die gleichen blieben.
Die Gruppe, die Schokolade während der Fastenzeit erlauben
wollte, argumentierte hierzu stets, das Schokolade ein Getränk
ist. Zu dieser Gruppe gehörten unter anderem die Jesuiten (die
einen schwunghaften Handel mit Schokolade betrieben!). Ihre Widersacher
waren vor allem die puritanischen Dominikaner (die zu dieser Zeit
generell gegen die Jesuiten waren!). Diese gegen Schokolade in der
Fastenzeit eingestellte Gruppe argumentierte, das Schokolade zu
nahrhaft sei, um nicht als Speise zu gelten. Entschieden wurde dieser
Streit wiederholt durch verschiedene Päpste und zwar stets
zugunsten der Schokolade.
Medizin - Im Europa des Mittelalters herrschte eine wertlose und
oft sogar schädliche Zusammenstellung medizinischer Theorien
auf der Grundlage der aus der griechischen Antike überlieferten
Humoralpathologie. Die Theorie der Humoralpathologie besagt, dass
die Krankheiten durch eine fehlerhafte Mischung der Körpersäfte
(Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle) entstehen. Diesen vier
Körpersäften werden die Elemente Feuer, Wasser, Luft und
Erde, sowie die Temperamente (Gemütszustände) gleichgesetzt.
Diese Theorie wurde von Galen (geboren ca. 130 v. Chr.) erweitert.
Er behauptete, dass die Körpersäfte jeweils heiß
oder kalt und feucht oder trocken sind (Blut ist zum Beispiel heiß
und feucht). Galens Hauptlösung zur Behandlung von Krankheiten
bestand darin, mit Gegensätzen zu heilen, so behandelte er
'heißes' Fieber mit einem 'kalten' Heilmittel. Da Galen der
Ernährung eine große Rolle beimaß, wurden alle
Nahrungsmittel diesem System eingeordnet.
Damit die Schokolade in Europa Fuß fassen konnte, musste auch
sie in dieses fehlerhafte System eingeordnet werden. Der spanische
Hofarzt Francisco Hernández kam um 1570 nach Mittelamerika,
um im Auftrag Philipp II. die einheimischen Pflanzen zu untersuchen.
Den Kakao klassifizierte er als "dem Wesen nach gemäßigt"
mit einer Tendenz zum "Kalten und Feuchten". Somit war
Schokolade ideal bei heißem Wetter und zur Behandlung von
Fieber.
Genauso entscheidend für den Erfolg der Schokolade waren die
'gesundheitsfördernden' Gewürze. Die Gewürze, so
urteilte Hernández, seien überwiegend 'heiß' und
eigneten sich zum Beispiel gegen Magenschmerzen und Koliken.
Auch wenn die Meinungen über die Schokolade immer wieder auseinandergingen,
Schokolade wurde als gesund und nahrhaft anerkannt und setzte sich,
wohl hauptsächlich aufgrund des angenehmen Geschmacks, als
das beliebteste Getränk der europäischen Elite durch.
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Schokolade
als Massenprodukt
Kakao und die Industrielle Revolution
Hier möchte ich kurz die Erfindungen aufzeigen, die der Schokolade
den Weg zu den Massen eröffnete.
Mitte des 18. Jahrhunderts Joseph S. Fry & Sons
Joseph Fry gründete in der Mitte des 18. Jahrhunderts eine
Schokoladefabrik in Bristol (England). Sein Sohn Joseph Storrs Fry
war der erste, der im Jahre 1789 eine Watt'sche Dampfmaschine anschaffte,
um damit Kakaobohnen zu mahlen.
1828 Die Erfindungen von van Houten
Der Holländer Coenraad Johannes van Houten entwickelt eine
Methode zur Herstellung von Kakaopulver mit sehr geringem Fettanteil
durch Einsatz einer hydraulischen Presse. Die zweite Entwicklung
van Houtens war die Behandlung des Pulvers mit Alkalisalzen. Durch
diese Behandlung lässt sich das Pulver besser mit Wasser vermischen.
Außerdem macht es die Schokolade dunkler und erzeugt einen
milderen Geschmack.
1847 J.S. Fry & Sons geben Kakaobutter zur Schokolade
Die Firma J.S. Fry & Sons entdeckt eine Methode, geschmolzene
Kakaobutter (bis dahin nur ein Abfallprodukt) anstelle von Wasser
mit dem Kakaopulver und Zucker zu vermischen. Das Ergebnis war ein
dünnerer, weniger zähflüssiger Teig, der in Formen
gegossen werden konnte und nicht so brüchig und trocken war
wie die Tafeln des 18. Jahrhunderts. Diese erste Essschokolade der
Welt wurde 1849 in Birmingham auf den Markt gebracht und war sofort
ein riesiger Erfolg.
Ab 1850 Entstehung von Lebensmittelgesetzen
Die Notwendigkeit solcher Gesetze auch für Schokolade wurde
in England durch die medizinische Fachzeitschrift 'The Lancet' bewiesen.
Bei Proben fand man, dass nicht weniger als 39 von 70 Schokoladenproben
teils giftige Zusätze enthielten. Dem Kakao wurden z. B. getrocknete
und zermahlene Erbsen, Reis- oder Linsenmehl und besonders häufig
Kartoffelstärke zugegeben. Weit schlimmer war die Zugabe von
Eisen (in Form von Spänen), Gummi oder sogar Ziegelmehl. Ähnliche
Analysen gab es auch in Frankreich mit gleich schlechten Ergebnissen,
so dass im Jahre 1860 das britische Lebensmittelgesetz und 1872
das Lebensmittelverfälschungsgesetz in Kraft traten.
1826 Philippe Suchard setzt den ersten Mélangeur ein
Der Schweizer Suchard setzt den ersten Mélangeur - also
den ersten Mixer ein. Dieser dient zur Vermischung von Zucker und
Kakaopulver.
1879 Daniel Peter produziert die erste Milchschokolade
Der Schweizer Peter nutzt die im Jahre 1867 von Henri Nestlé
entwickelte Methode zur Herstellung von Milchpulver, um die erste
Milchschokolade der Welt herzustellen.
1879 Rodolphe Lindt entwickelt die Conche
Im Jahre 1879 erfand Rodolphe Lindt die Conche. Durch die Bearbeitung
der Schokoladenmasse in der Conche wird die Schokolade erstaunlich
zart (sogenannte Fondant-Schokolade). Bis heute ein wichtiger Schritt
bei der Produktion.
Bei der Herstellung von feiner Schokolade mit hohem Anteil an Kakaobutter
kann es vorkommen, dass sich die Kakaobutter manchmal herauskristallisiert
und die Oberfläche fleckig und körnig wird. Dieses Problem
wurde durch das Temperieren gelöst.
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Einzug
in der Schweiz
Schweizer Schokolden-Pioniere
François-Louis Cailler (1796-1852)
sah Schokolade zum ersten Mal auf dem Jahrmarkt. Er ging als Fremdarbeiter
nach Turin und kehrte als Meister der Schokolade zurück. 1819
eröffnete er bei Vevey die erste schweizerische Schokoladenfabrik.
Phillippe Suchard (1797-1884) musste, als er zwölf Jahre alt
war, für seine kränkliche Mutter Schokolade in der Apotheke
kaufen. 500 Gramm von dem "Kräftigungsmittel" kosteten
damals drei Tageslöhne. Sechs Jahre später machte er eine
Konditorlehre. Mit dreissig Jahren eröffnete Suchard in Serrèrres
eine winzige Schokoladenfabrik. Mit einem Arbeiter stellte er täglich
25 Kilo Schokolade her. 1880 errichtete er die erste schweizerische
Schokoladenfabrik im Ausland (Lörrach).
Jacques Foulques (1798 - 1865) begann 1826 in Genf Schokolade von
Hand herzustellen. Sein Schwiegersohn, Jean-Samuel Favager führte
später das Unternehmen erfolgreich weiter.
Aquilino Maestrani (1814 - 1880), dessen Vater nach Italien ging,
wo er den Schokoladenhandel erlernte und viele Erfahrungen sammelte.
Seine in Luzern eröffnete Schokoladenfabrik wurde bald zu klein,
was ihn dazu bewog, nach St. Gallen zu ziehen.
Jaques Klaus (1814 - 1909), als Zürcher gründete er in
Le Locle eine Schokoladenfabrik.
Daniel Peter (1836 - 1919), als Sohn eines Metzgers arbeitete er
in einem Geschäft in Vevey. Er hatte ein Auge auf Fanny Cailler,
die älteste Tochter von François-Louis Cailler geworfen.
So kam er zu der Schokolade. Er stellte als erster Milchschokolade
her, indem er der Schokolade Kondensmilch beigab.
Henri Nestle (1814 - 1890) startete mit Milch. Er erfand und perfektionierte
die Herstellung von Kondensmilch. Ohne diese Kondensmilch hätte
Daniel Peter die Milchschokolade nicht industriell herstellen können.
Die beiden Firmen Nestle und Peter arbeiteten eng zusammen.
Johann Georg Munz (1874) hatte ein Geschäft in Flawil, wo
später Albert Munz mit der Herstellung von Schokolade begann.
Rodolphe Lindt (1855 - 1909) war Fabrikant aus Passion und verfeinerte
das Herstellungsverfahren. Der Berner erfand eine spezielle Reibetechnik,
das "Conchieren", und gab der Schokolade zusätzlich
Kakaobutter bei, was sie geschmeidiger machte.
Rudolf Sprüngli-Ammann (1816 - 1897) gründete die erste
Schokoladenfabrik in der Deutschschweiz. Sein Sohn kaufte 1899 die
Fabrik von Lindt mitsamt deren Geheimrezepten für die ungeheure
Summe von 1.5 Millionen Goldfranken.
Jean Tobler (1830 - 1905), ein Appenzeller eröffnete in Bern
ein Geschäft. Er verkaufte Spezialitäten, die er aus Schokolade
verschiedener Fabrikanten herstellte. Sein Geschäft lief so
gut, dass er sich überlegte, die Schokolade selber herzustellen.
Im Jahre 1899 gründete er mit seinen Söhnen die Tobler
Schokoladenfabrik und wurde Fabrikant.
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Quelle und weitere Informationen zur Geschichte unter:
http://www.theobroma-cacao.de
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